Wie die Café-Bar zu ihrem Namen kam

Was viele nicht wissen: Zwischen Apotheken und Bartheken besteht durchaus ein Zusammenhang. Denn über viele Jahrhunderte hinweg hatten Apotheken das Privileg, Wein und andere alkoholhaltige Getränke zu verkaufen.

„Gegen Komatrinken gab es im 16. Jahrhundert ein einfaches Rezept: Wein durfte zeitweise nur noch als Arznei in Apotheken verkauft werden. Wie schon bei den Giften, wiesen die Behörden den Pharmazeuten diese besondere Aufgabe zu, um dem Missbrauch von Alkohol entgegenzutreten – so beispielsweise in Hessen laut einer Anordnung aus den Jahren 1526 und 1537.

Wein auszuschenken hat in Apotheken eine lange Tradition. Häufig betrieb der Apotheker bis zum Ende des 18. Jahrhunderts neben seiner Apotheke sogar eine öffentliche Trinkstube, in der er vor allem Wein, aber auch Branntwein und manchmal Bier verkaufte.

Reiner Wein – ohne Zusätze von Arzneistoffen – galt als Stärkungsmittel und wurde Kranken und Genesenden zur Rekonvaleszenz empfohlen… In der Hauptsache diente der Wein als Träger für Arzneizubereitungen, medizinische Weine und Tinkturen…

In einer guten Apotheke führte man außer alkoholischen Getränken aus Weinbeeren auch jamaikanischen Bay-Rum aus Zuckerrohr, Batavia-Arrac, der aus Reisstärke und Zuckerpalmen gewonnen wurde, Getreide-Branntweine, Kaffee- und Eierlikör, Kräuterliköre, Anisette und Punschessenzen.

Fast jede Apotheke kreierte ihren eigenen Kräuterlikör, für den die Pharmazeuten ihre spezifischen Kenntnisse über in- und ausländische Drogen nutzten, um alkoholische Pflanzenauszüge zuzubereiten…“

Bevor die Café-Bar Ende 2019 ihre Pforten im Haus Johann-Sebastian-Bach-Platz 11/13 öffnete, war in den Räumen zuletzt eine Apotheke betrieben worden, von ca. 1980 bis 2010: Die Residenzapotheke.

Der Name: Was lag also näher, als die Café-Bar, in der ausgezeichnete Cocktails, erlesener Whisky und viele andere Spirituosen angeboten werden, „Alte Residenzapotheke“ zu nennen oder, liebevoll abgekürzt, „Alte Resi“?

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